Notizen aus der Unterwelt

Der kritische Blog von Klaus Baum

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Es gibt eine Form der Argumentation, die jede freie Meinungsäußerung unmöglich macht.

März 2nd, 2009 · 3 Kommentare · Beitrag drucken Beitrag drucken

Ich hatte am 1. März 2009 folgendes Foto in der fotocommunity veröffentlicht:

die-zwillinge.jpg

Die Unterschrift beziehungsweise der Titel zu dem Bild lautete:

Im April 2008 veröffentlichte die HNA obiges Foto, bis heute – trotz Mahnung – keine Honorarzahlung.

Der Untertitel war eine Erklärung: “Die HNA ist die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine. Sie erscheint nicht nur in Kassel und im Kasseler Landkreis, sondern auch in Northeim. Verantwortlicher Redakteur für die Lokalredaktion ist W. ((…..)) D. Auf die Rechnung meinerseits erfolgte keine Reaktion, ebenfalls nicht auf eine Erinnerung.”

Ungefähr 13 fc-Mitglieder hatten Gelegenheit, das Bild mit meinem Kommentar dazu wahrzunehmen, dann reagierte einer der Admins mit einer Verschiebung des Bildes in einen nicht-öffentlichen Bereich, wo es für weitere fc-Mitglieder nicht mehr sichtbar ist. Der Admin begründete sein Tun wie folgt:

>>Hallo Klaus Baum,

Dein Foto
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/……. haben wir in die Zwischenablage verschoben. Bitte ändere Titel und Bilduntertext in einer Weise, die rechskonform keine Namen von Personen – auch nicht von juristischen Personen – nennt.

Wir möchten weder Dich noch uns dem Vorwurf der Ehrverletzung, der üblen Nachrede oder gar der Verleumdung aussetzen.

Gruß

H….<<

Ich frage mich, wo die Verleumdung liegt, wenn ich publik mache, daß die Regionalzeitung nach nun 10 Monaten sich nicht bemüßigt sieht, mir für die Veröffentlichung eines meiner Fotos ein Honorar zu überweisen?

Wer hat hier im Lande eigentlich das Recht auf Öffentlichkeit?

Die Mißfelders, die Metzgers, die Clements mit ihren Pausch-Verunglimpfungen?

Folgt man der Argumentation der Admins der fc, dann müssten die Nachdenkseiten und sämtliche kritischen Blogs dicht machen.

Weil es Leute gibt, die nicht ganz dicht sind, machen die Kritiker eben dicht.

PS.:

Eben, just in diesem Augenblick, begreife ich, warum die Bezeichnung der Arbeitslosen als Schmarotzer und Parasiten immer so generalisierend ausfällt. Diese Verallgemeinerung heißt man auch “rechtskonform”. Jedenfalls in der Ausdrucksweise des Admins, denn er schrieb: “rechskonform ((ist, wenn man-kb)) keine Namen von Personen – auch nicht von juristischen Personen – nennt.”

Passend zu meiner Erfahrung ist der folgende Artikel vom 28.2.09 auf taz.de:

Arm, ärmer, Autor

Die Lage freier Journalisten ist dramatisch. Medien und Institutionen zahlen immer geringere Honorare, gleichzeitig drängen ehemals fest Angestellte auf den Markt.

.

Man könnte es auch so formulieren; Arm, ärmer, Fotograf.

.

Einem Fotografen, den ich kenne, ist folgendes widerfahren. Er hatte einen alten Mann fotografiert, der deutlich erkennbar irgendwo auf einem Gebirgs-Plateau saß und meditierte. Eine große Versicherungsgesellschaft wollte für das Segment “Altersvorsorge” mit einem Flyer in großer Auflage Werbung machen. Sie fragten den Fotografen, ob sie sein Foto verwenden könnten. Das Honorar bestand in dem Angebot, seinen Namen unter dem Foto zu nennen.

Tags: Alltägliches · Philosophie

3 Antworten so far ↓

  • 1 Roberto J. De Lapuente // Mrz 2, 2009 at 9:28 am

    Du hast den größten Fehler gemacht, den man innerhalb bürgerlicher Gesellschaft machen kann: Du hast offen die Wahrheit ausgesprochen. Der Hang zum Feiglingsdasein, der ja aus den Zeilen dieses Foto-Menschen herausschimmert, scheint tief verankert zu sein. Wenn ich in meinem Umfeld “gewagte Thesen” ausspreche, hört man förmlich das obligatorische “Hoho”, eine Art Lachen, die deutlich machen soll, dass man vor dieser Form der Wahrheitssagung “Respekt” hat. Dabei ist am Formulieren des Wahren nichts respektvolles…

  • 2 aebby // Mrz 3, 2009 at 7:49 pm

    wenn Sie nur immer so reagieren würden, wenn wirklich jemand verleumdet wird …

    @Roberto … stimme Dir zu

  • 3 Klaus Baum // Mrz 4, 2009 at 12:19 am

    @aebby, der witz ist ja, daß ich niemand verleumdet habe, sondern ich habe eine tatsache ausgesprochen.

    als ich zu beginn meiner mitgliedschaft bei der fc einmal offen contra gevotet habe, bin ich von einigen mitgliedern böse angegangen worden. da hat keine administration mir zur seite gestanden.

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