… hier ein wichtiger Hinweis auf die Nachdenkseiten, von denen aus man sich dann weiterklicken kann:
Es gibt eine neue Stellungnahme der EKD und einen kritischen Kommentar zu dieser Stellungnahme von Prof. Dr. Franz Segbers, was Albrecht Müller wiederum zu einem Kommentar veranlasst hat:
>>„Nicht mehr kontrollierbare Risiken wurden in Kauf genommen, weil man auf diese Weise Wachstumschancen und hohe Risiken erwartete.“ So steht es im Wort des Rates. Wir wissen aber, dass es den Betreibern des Kapitalmarkt-Casinos nicht um Wachstumschancen ging. Das Kettenspiel des Herrn Madoff mit einem Schaden von rund 50.000.000.000 $ wie auch die Auslagerung der Risiken der Industriekreditbank in ihre Zweckgesellschaften und der Kauf von amerikanischen Hypothekenpapieren hatten mit Wachstumschancen nichts zu tun. Es war die reine Spekulation. Auch die Evangelische Kirche sollte endlich aufhören, sich und uns etwas vorzumachen.
Segbers schreibt: „Im Vorwort wird Bischof Wolfgang Huber noch klarer, wenn er den Glauben an „Privatisierung und Deregulierung als wirtschaftliche Heilsbringer“ ursächlich für die Krise benennt. – Das ist sehr nett. Aber ich habe Wolfgang Huber als Verfechter der Agenda 2010 kennen gelernt. Und das Mitglied in der Spitze der Evangelischen Kirche, Bischöfin Käsmann, war Teil der so genannten Biedenkopf-Kommission, die in besonderer Weise für die Privatisierung der Altersvorsorge warb.
So einfach sollten die Wendehälse in der Evangelischen Kirche nicht davon kommen, denke ich.
Professor Segbers schreibt dann noch: „Denn wer es liest, der sieht, dass die EKD der Politik die Leviten liest.“ Das sollte die Spitze der Evangelischen Kirche nicht tun. Wenn man sich einfangen lässt – wie Wolfgang Huber und Margot Käsmann von Gerhard Schröder, Kurt Biedenkopf und Hans-Werner Sinn (Mitglied der erwähnten Biedenkopf Kommission) – dann sollte man zumindest der Politik nicht die Leviten lesen, eher sich selbst.
Ich gebe zu: Meine Kritik an den Spitzen der Evangelischen Kirche und an der gnädigen Kommentierung von Franz Segbers folgt nicht der reinen Vernunft, sondern ist geprägt von einer eigenen Geschichte mit dieser Einrichtung. Ich gebe auch zu, dass meine Kritik an der EKD unfair erscheint und ist, wenn man die Verhältnisse in der katholischen Kirche vergleichend unter die Lupe nimmt.<<
Quelle und mehr:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4038#more-4038
PS.: Wenn ich richtig gelesen habe, wird gesagt, Huber und Käsmann hätten sich von den Betreibern der Agenda 2010 einfangen lassen, so muss ich dies um die absolut gehässige Bemerkung ergänzen: Wer so viel verdient, wie Herr Huber und Frau Käsmann, hat keine Ahnung wie es ist, von Hartz IV leben und sich von dieser Politik schikanieren lassen zu müssen.
Alles Gerede und vor allem fromme Sprüche seitens der Kirche vom Mitgefühl bleiben verlogen, denn man kann nur das mitfühlen, was man an sich selbst erlebt beziehungsweise erlebt hat. Deshalb ist im Christentum auch die Kreuzestheologie so zentral. Warum? Das müssten die Kirchenoberen wissen.

2 Antworten so far ↓
1 geheimraetin // Jul 2, 2009 at 4:31 pm
Jo, Klaus Baum, ich kann den Huber und die Käsmann nicht ab. Auch wenn die ab u. an vielleicht mal für ein bischen Frieden und Gerechtigkeit plädieren, sorry.. weil wir es ja heute anderenorts schon von Religionskritik hatten…möchte ich die meinige dann doch auch mal anbringen ;-) Wer die Menschenwürde seines aller nächsten (also dem Hartz IV Opfer vor Ort, der für nen Euro dann auch schonmal diakonische Dienste absolvieren darf, wenn er nicht sanktioniert werden will), so wenig achtet, missachtet auch seinen Christus.
2 Klaus Baum // Jul 2, 2009 at 7:10 pm
@geheimrätin: ich stimme dir zu.
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