Sloterdijk macht den Westerwelle
Ein Beitrag von Rudolf Walther in den Blättern für deutsche und internationale Politik
Der hier zitierte Absatz ist der Schluß des Artikels. Den ganzen findet man hier:
http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=3115
>>Mit seiner Forderung nach „Abschaffung der Zwangssteuern“ gelangt Sloterdijk an einen Punkt, an dem es interessant wird. Der Ausdruck „Zwangssteuern“ übersetzt ja nur den ADAC-FDP-Staubürgerslogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ in die Steuerpolitik. Als Rektor der „Staatlichen Hochschule für Gestaltung“ in Karlsruhe wird Sloterdijk staatlich alimentiert. Das Lustigste an den professoralen Steuerrevoluzzern ist, dass sie von dem leben, was sie abschaffen wollen – von Steuergeldern. Und zwar ohne je in eine Rentenkasse einzahlen zu müssen wie die „Unproduktiven“. Sloterdijk will „Zwangssteuern“ umwandeln in „Geschenke an die Allgemeinheit“. Diesem Wunsch des „Revolutionärs“ sollte sich der baden-württembergische Finanzminister nicht verschließen, Sloterdijk sofort seine Steuern schenken und ihn ab nächstem Monat auf „Geschenke“ der FDP-Wählerschaft warten lassen, am Karlsruher Hauptbahnhof. Oder sollte man Sloterdijk gleich eine Wette auf „die Revolution der gebenden Hand“ der Besserverdienenden anbieten?<<
Originalton Sloterdijk (übernommen von: arlesheimreloaded.ch):
„Wir leben gegenwärtig keineswegs ,im Kapitalismus’, sondern in einem massenmedial animierten, steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus.“
Schreibt (…) Peter Sloterdijk in der FAZ. Er fordert deshalb zum”antifiskalischen Bürgerkrieg” auf:
„Lebten im ökonomischen Altertum die Reichen unmissverständlich auf Kosten der Armen, so kann es in der ökonomischen Moderne dahin kommen, dass die Unproduktiven mittelbar auf Kosten der Produktiven leben- und dies zudem auf missverständliche Weise, nämlich so, dass sie gesagt bekommen und glauben, man tue ihnen unrecht und man schulde ihnen mehr.
Tatsächlich besteht gut die Hälfte jeder Population moderner Nationen aus Beziehern von Null-Einkommen oder niederen Einkünften, die von Abgaben befreit sind und deren Subsistenz weitgehend von den Leistungen der steueraktiven Hälfte abhängt.
Die größte Gefahr für die Zukunft des Systems geht gegenwärtig von der Schuldenpolitik der keynesianisch vergifteten Staaten aus. Sie steuern so diskret wie unvermeidlich auf eine Situation zu, in der die Schuldner ihre Gläubiger wieder einmal enteignen werden…”
So, so, die Unproduktiven leben auf Kosten der Produktiven. Was Sloterdijk völlig entgeht, ist, dass es eine Menge Produktive gibt, die für ihre Arbeit keinerlei Geld erhalten. Und dann gibt es sehr viele Menschen, die lieber über Arbeit vermittelt sich versorgen würden, anstatt von Almosen leben und sich deshalb das sloterdijksche Geseire anhören zu müssen. Wenn irgendwo, dann hat bei Sloterdijk Verfettung unmittelbar seine Denkfähigkeit korrumpiert.
Es scheint übrigens ein Merkmal der Parvenüs, der Aufsteiger zu sein, dass sie insonderheit von den gesellschaftlich Mächtigen anerkannt und gestreichelt werden wollen. Sloterdijk, Schröder und Fischer weisen in dieser Hinsicht gemeinsame Merkmale auf.

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