Notizen aus der Unterwelt

Der kritische Blog von Klaus Baum

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Schöner Wohnen mit Hartz IV. Das zeigt uns Meschac Gaba im Museum Fridericianum zu Kassel.

August 29th, 2009 · 4 Kommentare · Beitrag drucken Beitrag drucken

Gewöhnlicherweise holt sich der Hartz-IV-Empfänger seine Möbel nachts, wenn es dunkel ist, vom Sperrmüll. Wenn man aber keinen Tisch finden kann, so sollte man sich informieren, wo EON, RWE, Vattenfall und andere Elektrizitätswerke ihre Werkhöfe haben. Wenn die Kolonne der Starkstromelektriker von ihrem Tagwerk zurückkehrt, hat sie vielleicht eine leere Kabeltrommel dabei. Der Künstler Meschac Gaba zeigt, wie man aus dieser und einigen alten Stühlen mit wenigen Pinselstrichen phantasievoll eine schöne Wohnzimmereinrichtung herstellen kann. Innovation ist nicht nur das ökonomische Gebot für die großen Konzerne wie Bayer oder BASF, sondern auch eine Notwendigkeit für die Armen in unserem Land. Wer Phantasie hat, dem kann Hartz IV nichts anhaben. So oder so ähnlich hat es schon Jean-Paul Sartre formuliert. Und Beuys hat später hinzugefügt: Jeder Hartz-IV-Empfänger kann ein Künstler sein.

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Mehr Bilder von der Ausstellung hier:

http://www.fotogemeinschaft.de/Klaus-Baum/Museum-Fridericianum/

Text über Meschac Gaba:

http://www.fridericianum-kassel.de/meschac_gaba.html

Tags: Alltägliches

4 Antworten so far ↓

  • 1 Frank Benedikt // Aug 30, 2009 at 2:04 am

    Schöner Wohnen mit Hartz IV – das hat doch mal was ;-) Da kucke ich mich jetzt in meinem ALG II-gesponserten Appartement um und stelle fest, daß ich wohl mangelnd kreativ/innovativ war und das Ganze eigentlich recht schäbig aussieht.
    Ist der vorliegende Beitrag nun Realsatire oder “praktische Lebenshilfe”? Nichts Genaues weiß man nicht …

    Grüße aus dem Prekariat
    Frank Benedikt

  • 2 Und manchmal weiß ich wirklich nicht, « Auto-Anthropophag // Aug 30, 2009 at 2:13 am

    [...] ob ich denn die Einschläge noch höre und sehe.  Da steht bei Klaus Baum was von „Schöner Wohnen mit Hartz IV” und ich frage mich (und ihn) tatsächlich, ob das denn nun Realsatire oder „praktische [...]

  • 3 Klaus Baum // Aug 30, 2009 at 11:34 am

    Lieber Frank, die Satire nimmt unterschwellig Bezug auf Herrn Sarrazin oder ähnliche Vorschläger.

  • 4 Frank Benedikt // Sep 20, 2009 at 5:38 am

    Lieber Klaus,

    spät, aber nicht zu spät sah ich Deine Antwort (hier gibt’s ja anscheinend keine Benachrichtigungsmöglichkeit).

    Ja, “Pöbel-Thilo” ist auch ein ‘besonderer Spezi’ von Jens und mir, genauso die ‘ähnlich gestrickten’. Die nehmen wir auch nicht von der Kimme ;-)

    Ich war mir nur nicht klar (weil ich den Künstler nicht kenne und zum Googlen zu faul war), ob die Satire bereits bei ihm oder erst bei Dir anfängt :-D

    “Vorschläger” finde ich übrigens hübsch – erinnert mich an Wollschläger, den ich sehr geschätzt habe und dem ich gerne noch ein würdiges Epitaph gesetzt sehen würde.

    Beste Grüße
    Frank

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