Notizen aus der Unterwelt

Der kritische Blog von Klaus Baum

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Wo die wahre kriminelle Energie zu finden ist?

Februar 8th, 2010 · 1 Kommentar · Beitrag drucken Beitrag drucken

Sie findet sich bei jenen, die im Hinblick auf Hartz IV vom Abstandsgebot reden, und damit meinen, dass die Hartz-IV-Sätze zu hoch sind. Allein das Wort Abstandsgebot ist eine Anmaßung. Dem Alten Testament zufolge sind die 10 Gebote göttlichen Ursprungs. Die Begriffskreationisten des deutschen neoliberalen Lagers suggerieren also mit dem Abstandsgebot, es sei vom Himmel gefallen. Dieses Gebot gibt es aber nicht an sich, sondern ist eine willkürliche Setzung jener asozialen Arbeitgeber, die denjenigen, die für sie arbeitet, nicht angemessen entlohnen wollen, jedenfalls nicht so, dass man davon existieren könnte.

Diese Asozialen sind  Grenzsetzer und Diktatoren, die möchten, dass die armen Abhängigen nach ihrer Pfeife tanzen, und zwar nach dem Motto: Ausbeuter übernehmen die Macht.

Wie die Realität der Abstände tatsächlich aussieht, zeigt ein Blick auf den öffentlichen Dienst, genauer, auf die BAT-Tabelle. Die niedrigste Gehaltsstufe in der Tabelle ist die Stufe 10 (die höchste ist 1). Ein 39jähriger (ledig) erhält in Hessen in der niedrigsten Gehaltsstufe im Jahre 2010  1.819.88.– Euro Brutto , netto bleiben dann 1.391.21 €.

Hartz IV bewegt sich um 670.– €. Der 39jährige hätte im öffentlichen Dienst in der untersten Gehaltsstufe mehr als das Doppelte: Zwei Mal Hartz IV ergeben erst einen Betrag von 1.340.– €.

Wenn jemand, der BAT IVb verdiente, arbeitslos wird, bekommt er als Hartz-IV-Empfänger etwas mehr als 1.000.– € weniger, als wenn er noch seine Arbeitsstelle hätte. Sein Nettogehalt wäre 1.743,15 €, würde er arbeiten.

Geht man von der niedrigsten Gehaltstufe aus, kann man sagen, je mehr einer verdient hat, desto größer wird der Abstand zwischen vormaligen Nettolohn und Hartz-IV-Satz.

Die Propagandisten des Neoliberalismus manipulieren die öffentliche Meinung auf derart widerliche Weise, dass man sie mit mit dem Übelsten vergleichen muss, was Menschen Menschen je angetan haben. Ich spreche es jetzt nicht aus – das böse Wort.

Hier die derzeit gültige BAT-Tabelle (man klicke in das jeweilige Kästchen: es öffnet sich dann eine Detailberechnung).

http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/bat/hessen?id=bat-hessen-2009&matrix=1

Zum Thema siehe auch Lutz Hausstein, der einen Mindestsatz errechnet, einen Mindestbetrag, den man im Monat benötigt, um leben zu können. Ich garantiere: eine Dose Kaviar pro Monat ist in diesem Mindestbetrag nicht enthalten.

http://hanniballektor.wordpress.com/2010/02/04/was-der-mensch-braucht/

Tags: Alltägliches

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