Ein Begriff, der im übrigen an einen denunziatorischen Begriff der Nazis erinnert, an den Begriff der Humanitätsduselei.
Albrecht Müller schreibt auf den Nachdenkseiten:
>>Vor 30 Jahren noch war es selbstverständlich, dass sich Menschen mit gutem und sehr gutem Einkommen und mit respektablem beruflichen Erfolg Gedanken darüber machen konnten, wie die wirtschaftliche Lage und die Lebenswelt auch der weniger Erfolgreichen und Benachteiligten zum Besseren gewendet werden könnte. Es war einmal selbstverständlich, dass ein beträchtlicher Kreis von Gutverdienenden in und außerhalb der Parteien die Sorge für die Mehrheit der Menschen einschließlich der Benachteiligten zu ihrer eigenen Sache machten. Dann ist das Etikett „Gutmensch“ – vermutlich gezielt – erfunden und in die Diskussion eingeführt worden. In Deutschland ist die Agitation von einigen Zynikern aus dem gleichen Milieu der Bessergestellten betrieben worden, mit dem Spiegel als eine Art von Speerspitze. Fortan musste man sich rechtfertigen, wenn man für etwas anderes eintrat als das eigene egoistische Interesse. Die gesellschaftspolitischen Egoisten bestimmten die Tonlage. Ihr Verhalten und ihre Agitation war gesellschaftsfähig geworden.<<
Ich dachte mir eben, das passt. Es gab einst eine Zeit, in der die gut Verdienenden, wie Jos Weber, der in den sechziger und siebziger Jahren Professor für Architektur an HfbK am Lerchenfeld in Hamburg war, sich für soziale Projekte einsetzten. Sein Denken ging sogar noch über das integrative Lernen an einer Gesamtschule hinaus, wie der Titel des 1973 erschienen Buches verdeutlicht:

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